Kartenzahlung für Friseure: SumUp, Zettle & 0 %
SumUp, Zettle, Square oder 0 %? Was Kartenzahlung einen deutschen Salon pro Schnitt und pro Jahr wirklich kostet, und wie du die Gebühr ganz umgehst.
Das sagt dir niemand, wenn du deinen ersten Stuhl mietest: Das Kartengerät kassiert mit. Bei jedem Schnitt, bei jeder Farbe wandert ein kleiner Teil an eine Firma, die nie eine Schere in der Hand hatte. Pro Person winzig. Übers ganze Buch nicht. Ich zeig dir, was dieser kleine Teil in einem deutschen Salon wirklich kostet, und wie du ihn behältst.
Brauchen Friseure heute überhaupt Kartenzahlung?
Ja, und die Zahlen sind da ziemlich deutlich. In der Zahlungsverhalten-Studie 2023 der Bundesbank ist der Bargeldanteil in zwei Jahren von 58 % auf 51 % der Bezahlvorgänge gefallen, während Kartenzahlungen auf 33 % geklettert sind, Tendenz weiter steigend. Nach Umsatz, also nach Geld statt nach Anzahl, hat die Debitkarte das Bargeld längst überholt. 2024 sind Kartenzahlungen noch einmal um 11 % gewachsen.
Kartenzahlung für Friseure ist also kaum noch optional. Sie ist der Großteil der Kasse. Die Person in deinem Stuhl will immer öfter ohne Bargeld zahlen, gerade jüngere Kundschaft und Laufkundschaft, die keine Scheine dabeihat. Ein „Nur Bargeld”-Schild schickt sie leise zur Konkurrenz.
Was kosten SumUp, Zettle und Square einen Salon?

Die ersten beiden Namen, die dir begegnen, sind SumUp und Zettle (jetzt PayPal Point of Sale). Beide nehmen 1,39 % pro Zahlung, ohne monatliche Grundgebühr, das Lesegerät zahlst du einmalig, etwa 29 bis 79 € (SumUp, Zettle). Square liegt vor Ort höher, bei 1,75 % auf EU-Karten, siehe die europäischen Preise.
Auf einen einzelnen Schnitt für 40 € sind 1,39 % gerade mal 56 Cent. Fühlt sich nach nichts an. Jetzt rechne das Buch. Ein ruhiger Salon mit 6.000 € Kartenumsatz im Monat gibt im Jahr rund 1.000 € ab. Ein gut gebuchter mit 10.000 € verliert bei 1,39 % etwa 1.670 €, bei Squares 1,75 % rund 2.100 €. Das ist eine Stuhlmiete, oder ein Saisonvorrat an Farbe, weg an die Kartennetze.
Ein Detail, das wehtut: Bei Erstattungen gibt es die Gebühr nicht zurück. SumUp und Square behalten ihren Schnitt auch dann, wenn du das Geld zurückzahlst. Eine stornierte Farbe für 120 € hat dich also trotzdem etwas gekostet. SumUps Bezahl-Abo drückt den Satz auf rund 1 %, kostet aber etwa 19 € im Monat und lohnt sich erst ab einem gewissen Umsatz.
Geht Kassieren auch ohne Kartenterminal?

Ja, und genau hier lohnt es sich, kurz innezuhalten. Statt eine Karte zu zücken, die über Visa, Mastercard oder Girocard läuft, scannt die Kundschaft einen QR-Code und bestätigt die Zahlung in der eigenen Banking-App. Das Geld geht direkt von Konto zu Konto. Kein Lesegerät auf dem Tresen, nichts zu kaufen.
So funktioniert Zahlo, und genau deshalb kann die Gebühr bei 0 % liegen. Ein kartenbasierter Anbieter kommt nie auf null, weil er nicht den ganzen Prozentsatz behält. Jede Kartenzahlung zahlt Interchange, eine Gebühr, die die Kartennetze festlegen, dazu Scheme-Gebühren an Visa und Mastercard und die eigene Marge des Anbieters. Ein Stück ist schon weg, bevor SumUp auch nur einen Cent sieht. Konto zu Konto überspringt diesen ganzen Stapel. Kein Kartennetz dazwischen heißt kein Interchange, den man weitergeben müsste. Damit ist 0 % kein Trick mehr, sondern simple Mathematik.
Was ist mit No-Shows und Rückbuchungen?
Karten bringen Rückbuchungen mit. Die Kundschaft kann eine Zahlung Wochen später bei der Bank reklamieren und zurückholen, und du trägst den Verlust und den Papierkram. Weil bei Konto zu Konto die Kundschaft das Geld zu dir schiebt, statt dass du es von einer Karte ziehst, gibt es keinen Rückbuchungs-Knopf zum Drücken. Für einen Salon mit der einen oder anderen reklamierten Farbe oder einer Anzahlung gegen No-Shows ist das echte Ruhe.
Der angenehme Nebeneffekt ist der Abgleich. Jede Zahlung landet schon passend zu deinen Einnahmen zugeordnet, und der Kassenschluss ist kein abendliches Rätselraten mehr.
Was ist die günstigste Lösung für einen kleinen Salon?
Wenn du die niedrigsten Kosten willst, Punkt, dann sind es 0 %, und das führt zu einer QR-Lösung von Konto zu Konto wie Zahlo. SumUp und Zettle sind die vernünftige Kartenwahl mit 1,39 %, wenn du unbedingt die klassische Kartenzahlung willst. Square ist mit 1,75 % die teurere Variante.
Jetzt der ehrliche Haken. Bei Zahlo zahlt deine Kundschaft per Scan aus der Banking-App, nicht mit der Karte am Gerät, und ein paar werden trotzdem die Karte erwarten. In Deutschland ist das eine kleinere Hürde, als es klingt, weil Überweisungen zum Alltag gehören und mobiles Bezahlen sich in den letzten Jahren verdreifacht hat. Aber es ist der eine Punkt, den du abwägen solltest. Viele Salons fahren es als Hauptmethode und halten für den seltenen Fall, dass jemand nur mit Karte zahlen kann, etwas in der Hinterhand.
Der kleine Prozentsatz vom Kartengerät ist der leiseste Posten im Salon und der, den du verlängerst, ohne nachzudenken. Rechne ihn einmal zusammen. Wenn du dieses Geld lieber behältst, liegt der 0-%-Weg direkt vor dir: kein Terminal, keine Rückbuchungen, der volle Betrag auf deinem Konto, zugeordnet und fertig.
Häufige Fragen
Brauchen Friseure ein Kartenlesegerät?
Nicht zwingend. Karten brauchen ein Lesegerät, aber du kannst auch per QR von Konto zu Konto kassieren: Die Person zahlt aus ihrer Banking-App, du brauchst nur dein Handy oder einen ausgedruckten Code, kein Terminal.
Was kostet SumUp für einen Salon?
1,39 % pro Zahlung im Standardtarif, das Lesegerät kostet einmalig 39 bis 79 €, keine monatliche Grundgebühr. Ein Bezahl-Abo senkt den Satz auf rund 1 %. Erstattungen sind kostenlos, die Transaktionsgebühr bekommst du aber nicht zurück.
Gibt es eine Kartenzahlung mit 0 % für Salons?
Ja. QR-Lösungen von Konto zu Konto wie Zahlo nehmen 0 % Transaktionsgebühr, weil das Geld direkt von Bank zu Bank fließt und nie über Visa, Mastercard oder Girocard läuft. Die Person zahlt per Scan aus ihrer Banking-App.